Europeade 2002 in Antwerpen (Belgien)

Ende Januar 2002 war ungefähr klar, wer aus welcher Gruppe aus dem Arbeitskreis Nordheide-Elbmarsch an der Europeade, unter der Tanzleitung von Erwin Eickhoff, teilnehmen möchte. Daraufhin wurden gleich sechs Termine zum gemeinsamen Üben ausgeschaut. Doch unter welchem Namen sollte die Gruppe dabei laufen! Es wurde beschlossen, den Namen der Gruppe mit den meisten Teilnehmern zu benutzen. Dieses war der Volkstanzkreis Winsen/Luhe mit 14 Teilnehmern. Weiter kamen 12 aus Hollenstedt, Rüpke, Holm und Heidenau mit.

Wir Tänzer und Tänzerinnen waren im Alter von 11 bis 63 Jahren. Trotz der großen Altersspanne, und dass sich einige (zum großen Teil die Jugendlichen aus Winsen und Hollenstedt) überhaupt nicht kannten, war ein recht gutes Klima in der Gemeinschaft zu verzeichnen.

Nun ging es nach vielen Vorbereitungen am 24.Juli endlich los. Um 7.00 Uhr startete die Fahrt in Winsen Richtung Hollenstedt, wo sich der Rest der Gruppe traf. Gegen 8.00 Uhr startete die Kolonne (Zwei 9er Busse und 5 PKW) in Richtung Antwerpen . Bei Antritt der Fahrt regnete es nicht gerade wenig, doch wir waren alle der Meinung, dass das Wetter nur noch besser werden konnte. Nach vorheriger Absprache fuhr jeder so wie er konnte, denn es wurden vorher für die gesamte Route die Rastplätze festgelegt, wo dann gemeinsam gepicknickt wurde. Es war sehr interessant, was denn so der Ein oder Andere Leckeres zum Verspeisen mit dabei hatte. Nach vorher ausgerechneter Fahrzeit, fuhren wir gegen 16.00 Uhr in Antwerpen ein. Bei dem Blick auf die Stadt, fiel uns unter den vielen Kirchtürmen einer besonders Eindrucksvoll auf, der später immer unsere Richtung weisen sollte. Am Bouwcentrum angekommen (hier wurden alle Mahlzeiten von allen teilnehmenden Gruppen, 218 an der Zahl mit ca. 6000 Teilnehmern, eingenommen) meldeten wir uns an und warteten auf unsere Betreuerin Nicole Siereveld, die schon im Voraus mit uns Kontakt aufgenommen hatte. Zusammen mit ihr fuhren wir in unser Quartier, ca. 20 km außerhalb von Antwerpen, mit einer Fahrzeit von ungefähr 15 Min. Da wir aber an der Schule nicht den selben Weg zurück fahren konnten und Nicole sich dort nicht auskannte, brauchten wir für die Fahrt zurück nach Antwerpen an den ersten zwei Tagen bis zu 45 Min. Zum Abendessen gegen 19.00 Uhr hieß es, wir müssten die Tracht für die Abendveranstaltung zu um 21.00 Uhr tragen, was sich später aber für unnütz heraus stellte. Denn am Grote Markt gab es einen Volkskunstabend von Flandern für die ausländischen Teilnehmer ohne Tracht. Doch wir waren nicht die einzigen die Tracht anhatten.

Am Do., den 25.Juli war die Weckzeit schon um 7.00 Uhr (auch an all den anderen Tagen). Frühstück gegen 8.30 Uhr und um 11.00 Uhr war unser erster Auftritt auf dem Grote Markt, danach zurück zum Mittagessen ins Bouwcentrum. Dazu hatten wir etwas mehr Zeit, denn der nächste Auftritt war erst um 17.00 Uhr am "Museum der Schönen Künste". Dort rechtzeitig angekommen, schauten wir uns noch zwei Gruppen vor uns an. Später stellte sich heraus, dass sich die Auftrittszweit nach hinten verschoben hatte und wir erst gegen 17.30 Uhr drankämen. Dieses war aber recht ungünstig für uns, da wir ja schon gegen 19.00 Uhr bei der Abendveranstaltung sein mussten. Also wurde kurzerhand die Gruppe, die noch vor uns dran kam, gefragt, ob wir nicht doch vor ihnen tanzen könnten. Nach einigem hin und her klappte dieses und unser Zeitplan war wieder korrekt. Nun aber schnell zum Abendessen und sofort danach Abfahrt zum Fußballstadion Berchem (Het Rooi), wo um 20 Uhr die Eröffnungskundgebung der 39. Europeade für europäische Volkskultur stattfinden sollte. Denn unsere Gruppe war gleich an dritter Stelle auf dem Programm zusammen mit zwei anderen Gruppen, um auf den drei vorbereiteten Tanzflächen die jeweils 3minütigen vorbereiteten Tänze nacheinander vorzutanzen. Es war ein schönes Gefühl, mit all den mitgebrachten Fahnen (Volkstanzkreis Winsen, Volkstanzgruppe Hollenstedt der Volkstanzgruppe und der Fahne aus Rüpke sowie das Schild vom Folklore Arbeitskreis Nordheide-Elbmarsch, die Europafahne und die Deutschlandfahne), bei entsprechender Aufmarschmusik, mit der wir drei Gruppen auf unsere vorgesehenen Tanzflächen aufmarschierten und gleichzeitig die Anderen von den Tanzflächen abmarschierten. Von den Tribünen aus gesehen, war dieser Ablauf ein schöner, aber auch faszinierender Anblick.

Gegen 23 Uhr war der erste Teil der Kundgebung von den Gruppen zu Ende. Innerhalb von Drei Stunden zeigten ca. 140 teilnehmende Gruppen ihr Können. Es war ein herrlicher Abend bei herrlichem Wetter. Schöner konnte es nicht sein. Abfahrt zurück zur Schule, wo man auf dem Schulhof meistens noch getanzt und gemütlich zusammen gesessen hatte. Wir hofften allerdings noch Kontakt zu anderen Gruppen, die in der Schule mit untergebracht waren, zu bekommen, aber sobald wir kamen, verschwanden diese nach ihren Tänzen wieder, schade. Nur die aus Solingen blieben bei uns und wir tanzten einige Tänze gemeinsam, wobei es recht lustig herging.

Am Freitag, den 26. Juli hatten wir frei. Aber zum Leiden aller, mussten wir trotzdem früh aufstehen, da es nur bis um 9 Uhr Frühstück gab. Mit Absprache unserer Betreuerin Nicole (sie übernachtete auch bei uns) überlegten wir uns, was wir an unserem freien Tag so alles anstellen könnten. Von den Jugendlichen wurde angestrebt schwimmen zu gehen. Andere wollten gern in die Innenstadt um dort alles genauer unter die Lupe zu nehmen und eine Schifffahrt auf der Schelde war auch noch auf dem Programm. Nicole erkundigte sich über die Schifffahrt und wann das Freibad geöffnet hat. Nach dem alles klargestellt war, fügte sich jeder dort ein, wo er es für sich am Besten fand. Doch die Schifffahrt machten wir alle gemeinsam, wo bei einigen dann doch die Müdigkeit durchkam, denn die Nächte sind ja immer recht kurz. Am Abend fand ein Europäischer Chor- und Musikabend, mit Auftritt von europäischen Chören und Musikgruppen, im "Königin-Elisabeth-Saal" statt. Um dort einen Platz zu bekommen, musste man rechtzeitig dort sein. Von uns hatten nur wenige daran Interesse. Die Anderen konnten sich einen gemütlichen Abend in der Stadt machen.

Sa., den 27. Juli konnten wir unsere Darbietungen dort vorführen, wo wir wollten. Also beschloss man dieses in der großen Fußgängerzone zu tun, wo kaum andere Gruppen zu sehen waren. Gleichzeitig gab es einen offiziellen Empfang der Gruppenleiter und der internationalen Presse durch den Bürgermeister und die Stadtverwaltung von Antwerpen im Rathaus. Von uns gingen Ernst-August Hartwig aus Welle, Jutta Zimmermann aus Winsen und Günter aus Holm zu diesem Empfang. Diese drei wollten danach zu uns stoßen, konnten es aber nicht, weil sie nicht genau wussten wo wir waren. Deshalb wurde mal wieder das Handy benutzt. Gemeinsam fuhren dann alle zum Essen.

Ab 15 Uhr ging offiziell der große Festumzug vom "Groenplaats" bis zum "Grote Markt" los. Die Gruppen wurden ca. ein halbe Stunde, bevor sie los marschieren sollten zum Platz bestellt, damit es keine allzu langen Wartezeiten gab. Das war auch gut so, denn es herrschten ungefähr 30 Grad im Schatten. Mit etwas Verspätung marschierten wir endlich los. Da es ja sehr heiß war, versorgte uns Anke Holst von den Hollenstedtern ständig mit Wasser. Am Ziel angekommen suchten wir uns erst einmal ein Plätzchen um etwas kühles zu trinken und um uns eine Verschnaufpause zu gönnen.

Hinterm großen Zelt beim Grote Markt holten wir unsere Lunchpakte zum Abendbrot ab und verspeisten sie gemütlich. Später machten wir nochmals in einem der Cafés etwas Pause, wobei die Jugendlichen andere Wege gingen. Sie waren aber immer wieder zur rechten Zeit am vereinbarten Ort. Dann wurde beratschlagt was am Abend geschehen soll. Die Jugendlichen wollten gerne den Abend in der Schule verbringen, andere die privat mit ihren jüngeren Kindern untergebracht waren, gingen auch mal früher ins Bett. Und unser jüngster, Birgits 4 Monate alter Sohn Malte, konnte dadurch auch mal eher zur Ruhe kommen. Einige waren schon am frühen Abend in der Stadt, andere, die die Jugendlichen wegbrachten, erst gegen 22 Uhr, nach dem sie per Handy schon auf die Vermisstenliste gesetzt wurden, ob und wann sie kommen, denn es mussten ja alle , die in der Stadt waren, wieder zur Schule zurückkommen. Wir vergnügten uns beim gemeinsamen Tanz vor der Bühne, wo es recht lustig war und die Musikgruppe einfach klasse spielte und alle nach Zugaben schrieen. So wurde es noch später bis wir zurück fuhren. In der Schule angekommen, saß die Jugend gemütlich draußen und plauderten mit einander. Kurzum, setzte man sich noch ein Weilchen zu ihnen. Spät genug ( in der Früh) ging es dann endlich in Bett.

So., 28. Juli ging man um 10.30 Uhr zum Gottesdienst mit europäischen Chören in die wunderschöne Kathedrale am Grote Markt. Man konnte aber auch so lange schlafen, dass man zum letztmöglichen Termin zum Frühstücken fuhr. Dieses wurde auch unterschiedlich angenommen. Denn beim vorletzten Aufwachen bemerkten wir, dass ein paar Matratzen samt Schlafenden im Raum fehlten. Wo sind sie nur geblieben?! Beim Hinausschauen auf dem Schulhof hatte man sie dann entdeckt. Da es ja recht warm war, und die Mücken einen nur so zerstachen (bis auf wenige) und die Luft draußen recht angenehm war, beschlossen sie, zu Acht draußen zu schlafen.

Später, von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr, war zum letzten Mal Mittagessen im Bouwcentrum angesagt. Um 15.00 Uhr begann die Schlussfeier der 39. Europeade für europäische Volkskultur im Stadion Berchem, wo die restlichen Gruppen ihre 3minütigen Darbietungen zeigen konnten. Da die Temperaturen aber wieder recht hoch waren und die beiden Musikkapellen (sie spielten jedes Mal den Ein- und Ausmarsch) ohne Schutz, mitten im Stadion saßen, wurden für sie ziemlich schnell mehrere Schirme zum Schutz gegen die Sonne organisiert. Gegen 17.30 Uhr gab es noch einige Reden und Danksagungen und zum Schluss kamen alle Teilnehmer, die wollten, auf den Platz und tanzten später gemeinsam durch die Reihen gefasst über den Platz. Es war ein toller Anblick und gleichzeitig ein schönes Gefühl, wie sich doch Alle gemeinsam zusammentaten. Doch hiermit war auch die schöne Zeit in Antwerpen leider zu Ende.

Als alle an den Fahrzeugen angekommen waren, fuhren wir zum Abendessen, wo sich schon viele Gruppen ihre Lunchpakte für die Rückfahrt abholten. Doch wir fuhren erst am nächsten Vormittag &gen Heimat. Zurück in der Schule, fingen wir auch schon an, die ersten Sachen zu packen. Um noch einen gemeinsamen Abschlussabend zu verbringen, kamen noch alle, die privat untergebracht waren zur Schule. Es wurde noch über Alles gesprochen. Es kam auch zur Rede, dass man sich sehr auf die Jugendlichen verlassen konnte, wenn es hieß, dann und dann ist Treffen und nicht später. Auch wurden Sie sehr von den Eltern gelobt, die ihre Kinder mit dabei hatten (Malte, 4 Monate, Fredericke, 4 Jahre und Katharina, 7 Jahre) , denn man konnte sie ihnen beruhigt anvertrauen. Auch kam ein großes Dankeschön an unsere liebe Betreuerin Nicole Siereveld, weil sie versucht hat so gut es ging, alles zu ermöglichen oder zu beantworten, was wir von ihr wollten. Dafür überreichte Jutta Zimmermann ihr ein kleines Andenken von Winsen und Erwin Eickhoff noch ein Erinnerungsfoto mit allen von uns samt Unterschriften. Von dem sehr gerührt, sagte Nicole: "Ich habe mich nicht nur bei der Gruppe gefühlt, sondern in der Gruppe". Dieses gab ihr ein sehr gutes Gefühl während der gesamten Zeit und fand es sehr schade, dass wir schon am nächsten Tag wieder nach Hause fuhren. Aber vielleicht wird sie uns ja bald einmal besuchen.

Da es mal wieder sehr spät wurde und die Kinder ins Bett mussten, fuhren die ersten zurück zu ihren Quartieren. Es wurde noch später und nach und nach verschwanden alle auf ihre Matratzen. Bis auf diejenigen, die meinten, auch die letzte Nacht draußen verbringen zu müssen.

Mo., 29. Juli mussten alle gegen 7.00 Uhr aufstehen, restliche Sachen packen und in die Fahrzeuge verladen. Gemeinsam fuhren wir das letzte Mal zum Frühstück ins Bouwcentrum. Nun mussten wir uns auch von Nicole verabschieden und machten noch ein gemeinsames Gruppenbild mit ihr. Alles in allem kamen wir dann endlich gegen 12.00 Uhr los. Wieder verabredeten wir die Rastplätze und picknickten das letzte Mal gemeinsam. Im Radio, bei den Verkehrsnachrichten, wurden 15km Stau vor der Abfahrt Sittensen verkündetet und jeder fuhr so, wie er es für das Beste hielt. Um 18.30 Uhr in Hollenstedt wieder angekommen, fehlten noch 3 PKW, die uns dann per Handy verkündeten dass sie mitten im Stau steckten und wir nicht auf sie warten bräuchten. Also fuhren die Winsener &gen Heimat. Am nächsten Tag erfuhren wir auch, wann Sie in Hollenstedt schließlich ankamen: Sie machten beim nächsten Rastplatz halt und durch ein kleines Missgeschick verbrachten sie anstatt einer kurzen Pause 2 Stunden dort. Alles in allem möchten alle gern wieder zusammen solch eine Fahrt mitmachen.

Am 28.Sept. haben wir uns bei Kaffee und Kuchen getroffen um die geknipsten Bilder sowie das Video anzuschauen. Nicole hat an diesem Treffen teilgenommen.

Von Heike Patzig